Erste Jagderlebnisse

Die Einladung kam für Samstag, den 8. Dezember: Eine Treibjagd war angesagt, im Revier der Jagdzeitschrift "Die Pirsch". Für unsere Jagdschüler eine hervorragende Gelegenheit, die Gesellschaftsjagd in natura zu erleben, nicht nur in der Theorie. Denn auf der "Pirsch"-Treibjagd ist es gute Tradition, dass die werdenden Jungjäger als Treiber gehen.

Treffen zur Treibjagd

Wir treffen uns nach einer teilweise recht abenteuerlichen Anfahrt um 09.00 Uhr an der Jagdhütte im "Pirsch-Revier". Der Regen hat sich pünktlich zum Jagdbeginn verzogen, die Luft ist klar und frisch.
Nach der Begrüßung werden die Jagdscheine der Schützen kontrolliert und alle Treiber mit Warnwesten und Signalbändern für den Hut versorgt.

Dann kann es losgehen: Natürlich ganz stilgerecht mit der Begrüßung durch die Bläser.

Begrüßung
mit dem Wagen hinaus ins Treiben

Nach der Begrüßung heißt es aufsitzen. Die Wagen wurden mit Teppichboden ausgelegt, so dass man richtig komfortabel sitzen konnte. Dann gehts hinaus zum ersten Treiben. Zur Jagd frei gegeben sind Hase, Fuchs und Flugwild.

Der Jagdherr und Chefredakteur der "Pirsch", Jost Doerenkamp, erklärt den Treibern, wie ein Kessel funktioniert.
Rund um das Feld wird ein riesiger Ring aus Schützen und Treibern gebildet. Wenn die Bläser das Signal zum Start geben, ziehen alle Richtung Zentrum bis der Kreis etwa einen Durchmesser von 300 Metern hat. Dann kommt das Signal "Treiber in den Kessel". Die Treiber gehen jetzt bis zum Kreismittelpunkt, die Schützen bleiben stehen und dürfen nur noch nach außen schießen. Klingt kompliziert, ist dann aber gar nicht so schwierig.

Jost Doerenkamp erklärt das Kesseltreiben
Auf jeden Fall hat sich der erste Trieb gelohnt. 21 Hasen konnten erlegt werden.
Kaum zu glauben, wie viele Hoppelmänner auf dem gepflügten Feld zu finden waren, die hat man vorher gar nicht gesehen.
Die Treiber bringen die Hasen zum Wildwagen, natürlich wird gleich die Blase ausgedrückt und nach dem "Stroh'schen Zeichen" gesucht. Zum Einstand war das gar nicht schlecht.
der erste Trieb hat sich gelohnt fachsimpeln rund um den Hasen
Die folgenden Treiben finden im Auwald statt. Wald und Landschaft am Ufer des Lechs sind traumhaft schön, aber das Treiben durchs Dickicht ist ziemlich anstrengend. Da freut man sich über jede kleine Pause. Kalt ist es der Truppe jetzt jedenfalls nicht mehr. eine kleine Pause tut gut
Essen fassen Nach drei Stunden anstrengender Fussmärsche heißt es Essen fassen. Es gibt Chilli con Carne und Tee mit Schuss und als Nachspeise Stollen und Lebkuchen. Die Mittagspause haben wir uns alle redlich verdient.
Auch wenn alle noch gern ein wenig sitzen geblieben wären und geratscht hätten, wir müssen wieder hinaus in den Wald. Schließlich sind wir ja nicht zum Brotzeit machen gekommen.
Diesmal ist eine böhmische Streife zu gehen. Das heißt, die Treiber müssen in einer Linie den Wald durchkämmen, den die Schützen U-förmig umstellen.
Böhmische Streife
Manchmal klappts nicht so gut Das Linie - Halten ist gar nicht leicht. Immer wieder kommt es zu einem Riesen-Durcheinander, weil die einen zu schnell, die anderen zu langsam gehen. Doch der Vorstand der Jagdgenossenschaft und Obertreiber bringt uns wieder auf Trab.
 

 

Diesmal funktioniert's doch hervorragend, oder?

Linie halten ist schwer
Am Ende des gelungenen Jagdtages sind alle zufrieden. Wir haben eine schöne Strecke zusammengebracht. Ohne die Treiber wäre das nicht möglich gewesen. Im Schein von Fackeln wird die Strecke verblasen und dann geht die Arbeit erst richtig los. Denn über die Hälfte der Hasen muss noch versorgt werden. Nachdem einer der Ausbilder das Ausnehmen ausführlich erklärt hat, legen auch die Jungjäger Hand an. Sie üben gleich mal, denn beim anschließenden Schüsseltreiben wird ausgelost, wer von den Jagdschülern im nächsten Jahr als Schütze mitgehen darf.

eine schöne Strecke Hasen versorgen