Auf Spurensuche im Winterwald

Jetzt im Januar ist Ruhe eingekehrt im Revier. Der Schnee hat allem dicke Mützen aufgesetzt. Die Bäume scheinen wie mit Zuckerguss verziert. Der Wald ist wie verzaubert. Es ist still, der Schnee schluckt die Geräusche. Nur die Schritte knirschen, es macht Spass durch den jungfräulichen Schnee zu stapfen.

Die Hochsitze halten Winterschlaf. Die Jagd ruht, bei uns im Revier schon seit Mitte Dezember. Der Abschuss ist erfüllt.

Der Schnee glitzert in der Sonne. Warum nicht das schöne Wetter nutzen, um sich im Revier einmal genauer um zu schauen.

Es ist einiges los im Wald und es gibt jede Menge zu entdecken. Im Winter benutzt das Wild andere Wechsel als im Sommer. Die hier sind fast schon eine Autobahn.

Jede Menge Fährten sind zu finden, vom Hasen, vom Fuchs natürlich, jetzt zur Ranzzeit und vom Reh.

Doch nicht nur Fährten, auch Betten kann man entdecken. Gleich hinter der Hütte haben Geis und Kitz gemütlich die Nacht verbracht.

Und wenn man etwas genauer hinschaut, findet man auch noch andere Hinterlassenschaften. Losung vom Reh.

Auch über die Äsung im Winter kann man auf dem Waldspaziergang einiges erfahren: Hier etwa haben die Rehe den Schnee weggescharrt, um an die Vegetation zu gelangen und ein paar Hälmchen zu erwischen.

Dann gibt es natürlich jede Menge Brombeeren. Trotz des hohen Schnees kann man deutlich erkennen, die Brombeere liefert auch im tiefen Winter frische grüne Blätter und damit eine attraktive Grünäsung für das Wild.
Leider findet man hier und da auch ein paar verbissene Triebe, wie hier an der Tanne. Da heißt es aufpassen! Denn auf solche Spuren würde der Waldbesitzer selbstverständlich lieber verzichten. Für den Jäger heißt das, er muss ein Auge auf die Verjüngung werfen und im nächsten Jahr hier möglicherweise den Schwerpunkt bei der Jagd legen.

Die verhaltene Fütterung in der Notzeit kann Verbissschäden vermeiden. Doch Vorsicht, falsche Fütterungsstrategien richten mehr Schaden an, als sie nutzen. Die Tiere brauchen nur wenig, möglichst saftiges Futter, um ihren Erhaltungsbedarf zu sichern.

Schließlich kann man gelegentlich auch noch ein paar besondere Entdeckungen machen: Hier Äsung ganz anderer Art: Der Fuchs hat sich wohl eine Rehdecke vom Luderplatz geholt und sich eine Brotzeit gegönnt.

Die Holzerei daneben ist echte Spechtarbeit. Er hat einen Baumstamm in die Mangel genommen und gründlich bearbeitet. Eine Meisterleistung eben !

[zurück]